Diese Schadstoffe befinden sich im Leitungswasser

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121 Liter Leitungswasser verbraucht jeder Bundesbürger pro Tag – die Menschen im Norden etwas mehr, in Sachsen und Thüringen weniger. Knapp fünf Liter nimmt der Deutsche beim Essen und Trinken zu sich. Leitungswasser ist eines der wichtigsten Lebensmittel und unterliegt strengen Kontrollen und Qualitätsrichtlinien.
Trotz strenger Kontrollen tauchen von Zeit zu Zeit Meldungen über verunreinigtes Trinkwasser auf. Welche Schadstoffe sind derzeit besonders gefährlich? Wie sicher ist deutsches Trinkwasser und braucht man einen Wasserfilter?

Wer kontrolliert das Wasser?

Für die Kontrolle und Einhaltung der Grenzwerte im Leitungswasser sind die Wasserversorger selbst zuständig. Sie kontrollieren regelmäßig die Qualität des Leitungswassers. Die Kontrolle endet jedoch nicht am Wasserhahn des Verbrauchers, sondern am Hausanschluss. Für die letzten Meter vom Hausanschluss an den Hahn ist der Eigentümer selbst verantwortlich.
Übergeordnet sind den Wasserversorgern die örtlichen Gesundheitsbehörden. Sie überwachen die Versorger und prüfen, ob alle Kontrollen durchgeführt werden. Bei einer Überschreitung von Grenzwerten sind sie zu informieren. Besteht eine Gefahr für den Menschen, gibt das Gesundheitsamt eine offizielle Warnmeldung heraus.

Wie schädlich sind Umweltgifte?

In letzter Zeit wird in den Medien wiederholt von erhöhten Nitratwerten im Grundwasser berichtet. Tatsächlich belasten Pestizide und Nitrat die natürlichen Wasservorkommen in erheblicher Weise. Nitrat selbst ist eine natürliche Stickstoffverbindung und per se für den Menschen nicht schädlich. Im Körper kann der Stoff jedoch in Nitrit umgewandelt werden, welches den roten Blutfarbstoff angreift. Für immungeschwächte Menschen und Säuglinge ist das gefährlich.
Hauptverursacher für Nitrat im Grundwasser ist die Landwirtschaft. Die industrielle Bewirtschaftung von Feldern verstärkt das Problem, die Massentierhaltung ebenfalls. Fallen bei Kontrollen zu hohe Werte auf, können Trinkwasserquellen temporär oder dauerhaft stillgelegt werden.

Wie gefährlich sind Arzneimittel?

In der modernen Medizin werden viel zu häufig Medikamente verschrieben. Das belastet zunehmend das Grundwasser in Deutschland. Besonders schädliche Arzneien sind Anabolika und Antibiotika. Im Trinkwasser lassen sich von unzähligen Medikamenten Rückstände nachweisen. Die Mischung der verschiedenen Produkte macht es so gefährlich für den Menschen.
Vollends erforscht sind die Auswirkungen auf den Menschen noch nicht. Die Auswirkungen auf Fische und anderen Wassertieren deutet jedoch darauf hin, dass eine generelle Gefahr besteht. Problematisch ist, dass Arzneimittelrückstände beim Klären nicht gefiltert und damit dem Wasserkreislauf nicht entzogen werden.

Neue Gefahr durch MTBE?

Ein bisher unterschätzter Schadstoff im Grundwasser ist MTBE, das als Zusatz in Benzin verwendet wird. Methyltertiärbutylether gelangt bei Freisetzung schnell ins Grundwasser und löst sich auf dem Weg dahin nicht auf. Es baut sich relativ langsam ab und verbleibt sehr lange im Wasser.
Derzeit geht das Umweltbundesamt nicht von einer erhöhten Gefahr für den Menschen aus. Dennoch rät die Behörde dazu, Alternativen zu MTBE zu erforschen. Langfristig soll der Stoff als Benzinzusatz ersetzt werden.

Deutsches Trinkwasser ist gesundheitsverträglich aber nicht bestmöglich

Sei es zum Kochen oder als Durstlöscher nach dem Sport – Leitungswasser ist empfehlenswert. Pestizide, Arzneimittelrückstände und MTBE zum Trotz ist Leitungswasser in Deutschland im weltweiten Vergleich immer noch von hoher Qualität. Diverse Test bestätigen regelmäßig die Verträglichkeit für den Menschen. Doch geht es besser: Immungeschwächte Personen und gesundheitsbewusste Menschen können mit einem Wasserfilter die Trinkwasserqualität erheblich steigern.