Das Geheimnis der Aminosäure 5 HTP

Wissenswertes zum "Glücklichmacher" Serotonin

Foto: © Thomas Reimer

Die Weltgesundheitsorganisation hält Stress für die bedeutendste Gesundheitsgefahr der Gegenwart. Stresszustände sind Gift für den Körper. Der Druck des modernen Lebens wirkt sich sogar auf die Gehirnchemie aus, so haben Studien erwiesen. Psychische und neurovegetative Erkrankungen mit gestörter Reizleitung im Bereich des Nervensystems nehmen seit der jüngeren Vergangenheit zu. In den westlichen Industriestaaten gelten einseitige Ernährung, Bewegungsmangel, die Überflutung mit Außenreizen und der Leistungsdruck im Beruflichen oder Privaten als wichtigste Risikofaktoren für sogenannten Neurostress (Stresszustände mit Hirnchemieveränderungen). Länger anhaltende Belastungssituationen stören in Neurostresssituationen das Zusammenspiel zwischen zentralem Nervensystem, peripheren Nerven, Hormonsystem und Immunsystem. Als Folge eines so gestörten Zusammenspiels ergeben sich Volkskrankheiten der Gegenwart: so beispielsweise Depressionen, Angstzustände, Nervosität und Konzentrations- sowie Schlafstörungen. Eine Lösung für Neurostresssituationen verspricht vielen Studien zufolge der Botenstoff Serotonin, bei dessen körpereigener Produktion als Zwischenprodukt 5 HTP entsteht. Hier mehr erfahren, um Neurostress mit Folgen wie Schlafstörungen und Depression zukünftig besser vorzubeugen.

 

Glücklichmacher Serotonin: nicht ohne 5 HTP

Der Neurotransmitter Serotonin übernimmt im menschlichen Körper wichtige Funktion, indem er Signale zwischen Nervenzellen transportiert. Im Gehirn regelt der Botenstoff die Funktion wichtiger Teilbereiche und wirkt sich so beispielsweise auf die Stimmung und den Schlaf aus. Dass Schokolade und Sport bekanntermaßen glücklich machen, liegt zum Beispiel an ihren Auswirkungen auf die Serotoninproduktion. Wissenschaftler sprechen Serotoninmangel mittlerweile eine entscheidende Bedeutung bei der Entstehung psychischer Erkrankungen und mentaler Labilität zu. Als Wohlfühlhormon dämpft Serotonin die körpereigene Antwort auf Stress und wirkt dabei entspannend, antidepressiv sowie schmerzhemmend. Vom Serotoninspiegel hängt ab, wie viel Motivation jemand empfindet. Außerdem fördert der Botenstoff den Schlaf und wirkt sich auf den Appetit aus.

Dass Schokolade und Sport die Serotoninproduktion ankurbeln, hat mit ihren Auswirkungen auf die Verfügbarkeit der produktionsrelevanten Serotoninausgangssubstanz L-Tryptophan zu tun. Ausdauertraining hebt beispielsweise die L-Tryptophan-Verfügbarkeit im zentralen Nervensystem an. Die Folge ist eine erhöhte Serotoninproduktion, die Mangelzustände und damit entstehende Signalübertragungsdefizite ausgleicht. Bei depressiven Verstimmungen, Schlafstörungen und anderen Volkskrankheiten der Gegenwart empfehlen Ärzte mittlerweile oft die Einnahme von L-Tryptophan. Um aus der Aminosäure aber Serotonin herzustellen, muss der Körper diese Substanz durch mehrere Stoffwechselwege schicken. Eine Alternative zur L-Tryptophan-Einnahme eröffnet sich durch die Nahrungsergänzung mit 5 HTP. Dieses Zwischenprodukt stellt in der Serotoninproduktion eine höhere Stufe dar als die Ausgangssubstanz L-Tryptophan.

5 HTP: Geheimwaffe gegen Neurostress

Die Aminosäure 5-HTP (5-Hydroxytryptophan) ist eine körpereigene Substanz, die bei der Umwandlung von L-Tryptophan zu Serotonin als Zwischenprodukt entsteht und zur Überwindung der Blut-Hirn-Schranke in der Lage ist. Nicht nur im menschlichen Organismus kommt 5 HTP vor. Auch in Pflanzen steckt die Aminosäure: so beispielsweise in den Samen der afrikanischen Schwarzbohne. Vom menschlichen Körper wird 5 HTP nahezu vollständig zum Botenstoff Serotonin umgewandelt, während L-Tryptophan vor der Umwandlung zu Serotonin Stoffwechselwege durchläuft. Klinische Studien bestätigen der therapeutischen Verabreichung von 5 HTP mittlerweile Behandlungseffekte bei depressiven Verstimmungen, bei Krankheiten wie Fibromyalgie, Heißhungerattacken, chronischem Kopfschmerz und Leistungs- sowie Schlafstörungen. Seit Jahrzehnten kommt Nahrungsergänzung mit 5 HTP erfolgreich zu Therapiezwecken zum Einsatz. Die Einnahme der natürlichen Aminosäure erfolgt stets in ärztlicher Begleitung und wirkt sich vor allem auf den Serotoninspiegel im Zentralnervensystem aus.